Es ist schon ein paar Tage her, da lief im Zweiten der Film “Die Lehrerin”. Er wurde einmal mehr recht ausführlich im Vorhinein beworben , obwohl ich ihn schon auf arte gesehen habe und zwar irgendwann im Jahr 201. Egal, erstmal der Trailer, damit wir alle auf dem gleichen Niveau sind:

Nun, ich persönlich fand und finde den Film gut. Der Kernplot, also die Verarbeitung eines Amoklaufs durch besagte titelgebende Lehrerin, wird in nicht ganz 90 Minuten abgehandelt. Sie ist ohnehin schon ausgebrannt und erschöpft und will kündigen, als ihre beste Freundin von einem Schüler niedergeschossen wird, weil sie sich vor einen anderen Schüler wirft. Die Lehrerin fasst neuen Mut und führt sich selbst und die traumatisierte Klasse wieder in die Normalität. Das alles spielen die Darsteller glaubwürdig, teilweise ein wenig kitschig, was vor allem an der Musik liegt. Soweit so gut, solide deutsche Fernsehunterhaltung mit pädagogisch-ethischem Auftrag. Die Moral der Geschichte: Lehrer brauchen mehr gesellschaftliche Anerkennung, Lehrer-sein ist nicht so einfach, Schüler werden immer frecher und: Schulgärten, mehr Schulgärten.

Hä? Ja, doch. Schulgärten. Das klingt jetzt dämlich, deplatziert? Ist es auch. Aber hey, wir reden über einen Film. In einigen Rezensionen und Diskussionen, zum Beispiel bei Frau Freitag, fällt der Film vor allem wegen seiner fiktionalen Elemente durch. Er stelle das alles gar nicht realistisch genug dar.  Details?

- Die Lehrerin übernimmt einfach so eine Klasse, also ohne den normalen Verwaltungsaufwand bei einer Einrichtung wie es eine Schule nun mal ist

- Die Lehrerin legt einen Schulgarten an (unrealistisch in dieser Zeit), und zwar auf dem Lehrerparkplatz (No-Go!), der eh’ viel zu groß ist (unrealistisch!)

- Die andere Lehrerin unterrichtet in Hausschuhen

- Die Schüler singen Janis Joplin Songs

- etc. pp.

Klar, bis auf das mit den Hausschuhen halte ich das auch für vollkommen überzogen und, sicher, unrealistisch. Auch die Sitz- und Stuhlkreise, die singende Trost-Karawane, die über den Schulhof stampft…das alles erleben wir so freilich nicht. Aber: Ein Film darf so sein. Genau wie bei einem Buch, auf dem nicht dick und fett “REPORTAGE” oder “SACHBUCH” steht, geht man als Zuschauer doch bei einem Film eine unausgesprochene Vereinbarung ein, nämlich, dass man gewisse fiktionale Elemente übersieht/akzeptiert. Wenn diese Elemente der Story und der Aussage dienlich sind, fällt es noch leichter, sie anzunehmen.

Wenn also die Lehrerin vor allem zeigen will, wie die Protagonistin mit einem fatalen Ereignis zurecht kommt, dann darf er die sich ihr stellenden Probleme und Aufgaben auch deutlich zeigen, ja überzeichnen. Das macht jedes (gute) Buch. Kurzum: Die Lehrerin ist ein sehenswerter Film, der die Amokproblematik nicht aus Täter- und Opfersicht von Schülern, sondern aus der Sicht der Lehrer zeigt.

Jan 122012
 

Es ist, mal wieder, ein Video aufgetaucht. Es zeigt, auch das ist nichts Neues, Schandtaten von Soldaten im Krieg. Afghanistan 2011 oder 2012, es ist Krieg und: Er ist grausam. Beziehungsweise: Die Menschen sind grausam, die Krieg führen.

Wir hatten das, wie gesagt, schon einmal. Im Frühjahr 2011 posierten Soldaten neben Getöteten, und vor einigen Jahren schockierten die Bilder aus Abu Ghreib die ganze Welt. Die Medien klagten an, die Politik war schockiert, die Öffentlichkeit sowieso.

Aber: Sind Kriegsgreuel eigentlich wirklich so etwas besonderes? Sind sie die Abweichung von einer Norm? Gibt es eine “Norm”, nach der ein Krieg nicht grausam ist und nach der solche Dinge nicht passieren? Gibt es den sauberen Krieg?

Vermutlich gibt es ihn schon: in Köpfen, Büchern, Simulationen und Planspielen. Ich halte dieses Bild vom gerechten Krieg mit heldenhaften Soldaten, die eigentlich nicht töten wollen für eine Fiktion. Erinnert mich ein wenig an die Geschichten von Indianern, die ihre getöteten Tiere mit irgendwelchen spirituellen Handlungen ehren. Als ob Soldaten jemals feindliche Soldaten geehrt hätten – also in der Realität? Ich wage das zu bezweifeln.

Krieg – Krieg bleibt immer gleich. (Frei nach Fallout)

Jan 102012
 

Es ist Dienstag, 7:00. Mein Wecker scheucht mich aus dem Bett. Jedenfalls versucht er es. Ich lasse mich aber nicht so einfach rausklingeln und vertröste den Wecker auf 7:30. Das ist zwar eine halbe Stunde mehr, fühlt sich aber an wie 1 Sekunde. Ich springe aus dem Bett, ab ins Bad, fertig machen. Frühstück entfällt, lieber schnell ins Auto. Um 8:00 hole ich meine Kommilitonen ab und wir fahren zu unserer Praktikumsschule.

Versteht mich nicht falsch. 7:00 aufstehen ist zwar unschön, aber nicht das Problem. Es kommt nur noch verschlimmernd hinzu, sozusagen. Wenigstens müssen wir nicht um 6:00 aufstehen – auch das kam schon vor.

Das Problem und der Grund, warum das Aufstehen zur Qual wird ist: das Praktikum.

Es ist eigentlich eine schöne Idee: Studenten möglichst oft schon mit Schülern, Schule und Unterricht konfrontieren. Sie sich ausprobieren lassen. Sie langsam ans unterrichten heranführen. Soweit die Theorie. In der Praxis…ist das alles ein bisschen anders.

Ich habe bisher 12 Wochen als Lehramtsstudent beobachtend im Unterricht verbracht. Davon drei vor dem Studium, das nennt sich “Orientierungspraktikum”. Für mich hatte es tatsächlich einen gewissen Aha-Effekt. Ich wusste davor schon, dass ich Lehrer werden will. Aber sich dann von Lehrern als Lehramtsstudent bewerten lassen, echte Kritik für eine Stunde erhalten – das gab mir nochmal die Gewissheit: Ja, das ist was für dich und offenbar bist du auch recht gut. Freilich waren meine Unterrichtsstunden damals nichts anderes als interaktive Referate – aber ich habe, hoffe ich, auch damals überzeugt. Das Feedback war jedenfalls positiv.

Nach drei Semestern an der Uni dann das erste integrierte Praktikum. Also einmal in der Woche das ganze Semester über drei bis vier Stunden Unterricht beobachten, einige Stunden selbst halten. Ich war damals in Ingolstadt. Auch dieses Praktikum war gut und hat mir etwas gebracht. Das lag hauptsächlich an unserem Betreuungslehrer, der außerdem Seminarlehrer war. Er hat uns fast genauso behandelt wie Referendare. Seine Stundenkritiken waren oft vernichtend. Aber: Sie hatten Substanz. Man konnte etwas damit anfangen.

Jetzt bin ich im Praktikum “Unterrichten 2″, theoretisch die Steigerung des ersten semesterbegleitenden Praktikums. Aber: Alles ist anders – im negativen Sinn. Ich war bis heute nicht einmal im Lehrerzimmer der Praktikumsschule. Die Betreuungslehrerin hat uns am ersten Tag zwei Stunden in einem kleinen Elternsprechzimmer allein sitzen gelassen, wir sollten Bücher über Unterrichtsmethoden lesen und schriftlich Fragen bearbeiten. Dann kam sie wieder, wir haben fünf Minten darüber gesprochen – und das wars dann.

Hallo!?

Was soll das? Das geht jetzt das ganze Semester lang schon so! Wir beobachten Unterricht – der kein guter Unterricht ist. Natürlich kann man auch daraus lernen – aber das konnte ich nun schon in vielen Praktika. Ich will Feedback, ich will ehrliche und wenns sein muss harte Kritik an meinen Stunden, und ich will wirklich etwas mitbekommen über die Frage, was einen guten Lehrer ausmacht. Natürlich habe ich davon gewisse Vorstellungen, aber ich wüsste es halt gern nochmal von erfahrenen Lehrern. Aber: Pustekuchen.

Jeden Dienstag schauen wir uns langweilige und weitgehend schlecht geplante Unterrichtsstunden der Betreuerin an. Kritik an diesen Stunden wird mit “Anders gehts bei denen ja auch nicht” erwidert. Und meine eigenen Unterrichtsversuche werden hauptsächlich danach beurteilt, ob da jetzt ein Themenbereich komplett in 45 Minuten untergebracht wurde oder nicht. Wahhh! Das sind sinnlose Stunden.

Dann doch lieber schlafen.

Jan 062012
 

…handelt dieser Text auf ZEIT Online: “Die Schmerzensmänner”

Ich kann den Artikel zu 100% unterschreiben.

Es heißt darin unter anderem:

Die erfolgreiche Kommunikation mit seinem weiblichen Gegenüber, in Liebesdingen ohnehin notorisch unwahrscheinlich, ist damit noch ein Stück weiter in Richtung Unmöglichkeit gerückt. Denn auf die junge Frau wirkt die neue männliche Innerlichkeit, das subtile Nachhorchen in die tiefsten Windungen der Gefühlsregungen schrecklich kompliziert. Und auf die Dauer furchtbar unsexy.

Was soll ich sagen? Genauso erging es mir auch schon. Ich bin nicht aus auf ein Abenteuer, auch nicht auf eine attraktive Frau. Ich will eine natürlich hübsche, aber auch innerlich interessante Frau – eine, die solches Verhalten wie im obigen Zitat versteht, ähnlich fühlt.

Aber, es ist schon verrückt, irgendwie scheint man(n) gerade mit einem im besten Sinne modernen Rollenverhalten – kulturell einigermaßen auf der Höhe, einfühlsam, am Gegenüber ernsthaft interessiert – überhaupt nicht landen zu können. Und ich rede jetzt nicht von den “Schandalls” und von Mandy, Sandy, Conny und wie sie bei RTL II alle heißen. Nein, auch bei ganz normalen Frauen scheinen genau die bessere Karten zu haben, die sich eher an das traditionelle Bild halten: Stark, muskelbepackt und ein bisschen stumpf im Oberstübchen.

Warum ist das so? Ich habe keine Ahnung. Aber deswegen fang’ ich nicht das übermäßige Biertrinken und/oder Fitnesstraining an.

Jan 052012
 

Röthenbach bei Sankt Wolfgang, 13:50 Uhr

Jan 042012
 

Weil gerade der Vilsmaier-Film über die Besteigung des Nanga Parbat durch Reinhold  und Günther Messner läuft…

…bin ich auch wieder ein wenig ins Grübeln geraten über Berge – und noch mehr über das Wieso, Weshalb und Warum.

Ich kann mich lange zurück erinnern, und es muss wohl so mit fünf gewesen sein, als ich das erste Mal in den Bergen unterwegs war, damals vermutlich überwiegend auf den Schultern bzw. in dem Tragegestell auf dem Rücken meines Vaters. Seit diesen ersten Kontakten gab es nur wenige Sommer, in denen ich nicht auf irgendeinem Gipfel stand. Am Anfang waren mein Vater und ich überwiegend in den bayerischen Voralpen unterwegs, später dann auch öfter mal in Tirol. Zu den Höhepunkten zählen Zugspitze (hässlicher Gipfelverbau, aber von Österreich aus ein schöner Aufstieg), Habicht (mein bisher einziger 3000er) und Hochkalter (die wegen eines Wetterumbruchs wohl heftigste Tour). Und obwohl ich mich vage erinnern kann, dass ich mir mit Sicherheit bei jeder zweiten oder dritten Tour irgendwann geschworen habe, nie wieder diese Plackerei zu unternehmeb – gehen ich nach wie vor in die Berge, und auch noch gerne.

Irgendwas am Bergsteigen und auch beim anspruchsvollen Bergwandern zieht mich an. Eigentlich sind es mehrere Dinge. Die Aussicht, freilich. Allerdings stand ich oft genug im Nebel und konnte nicht mal das Gipfelkreuz mehr richtig erkennen. Das Erlebnis an sich: Vater-Sohn-Geschichte bzw. heute eher Kumpel- und Freundestouren, in jedem Fall: Geselligkeit. Jedenfalls an langen Hüttenabenden. Beim Bergsteigen selbst bin ich ein sehr ruhiger Zeitgenosse. Ich halte von solchen Dingen nichts, aber in diesem Fall ist es wohl wirklich so: Ich meditiere beim Bergsteigen, jedenfalls im weitesten Sinne. Ich bin über große Teile des An- und Abstiegs in Gedanken eigentlich überall, nur nicht beim Bergsteigen. Und schließlich: ein Hauch von Wettstreit, von Ansporn, von Ehrgeiz. Ich habe das normalerweise nie, vor allem nicht bei sportlichen Angelegenheiten, weil ich Sport nicht mag und schon gar nicht im Wettstreit mit anderen. Aber beim Bergsteigen bin ich zum einen wirklich nicht der Schlechteste, wenn es um Kondition und Durchhaltevermögen geht. Und mich spornt schroffer Fels und Blockstein eher an, als dass er mich bremsen könnte.

Am Ende liegt der Grund wohl doch am ehesten dort, wo ihn auch der bekannte Spruch vermutet: “Der Weg ist das Ziel.”
Denn dieses ganze Erlebnis, Vorbereitungen, Anstieg, Gipfelsicht und schließlich Abstieg und abrundende Geselligkeit – das alles macht diese Plackerei erst lohnenswert, und auch nur das alles zusammen. Die Suche nach dem Ziel – und sei es in Gedanken über Ziele bei ganz anderen Dingen im Leben – ist für mich bisher nirgendwo so schön und im Prinzip doch einfach, weil mehr oder weniger automatisch und nebenher, wie beim Bergsteigen.

 
Der Oblivion-Nachfolger: Skyrim

Es gibt Spiele, die kauft man und bereut schon beim ersten Start den Kauf. Und es gibt Spiele, bei denen möchte man beim ersten Durchspielen irgendwann gar nicht mehr zum Ende kommen, Man lädt lieber nochmal einen älteren Spielstand. Man fängt nochmal von vorne an. Oder man startet nach dem ersten Durchgang gleich nochmal. Skyrim, der Nachfolger von Oblivion, und fünfter Teil der The Elder Scrolls-Reihe ist so ein Spiel.

Spielstart

Steam-sei-Dank musste ich nicht einmal das Haus verlassen. Der Downloadvorgang dauerte dann , da braucht man sich bei neueren Spielen sowieso keine Hoffnungen machen, trotzdem eine halbe Ewigkeit. Aber dann, endlich, erklangen die ersten Töne einer wohlbekannten Melodie. Das alte Thema aus Morrowind und Oblivion wurde noch einmal umgedeutet, dieses Mal mit brüllendem Männerchor und martyrischen Streichereinsatz, bevor dann Hörner und andere Blasinstrumente die gebührende Dramatik verschaffen. Bereits an der Musik ist zu erkennen: Nicht idyllische Wälder und Seen und vergleichsweise nette Elfen und Kaiserliche werden mich begleiten, sondern der hohe Norden – kalt, rau und, das vor allem: gefährlich.

Das Startmenü ist, auch das fällt alten Fans der Reihe sofort auf, ziemlich schlicht und: irgendwie konsolenartig. Das wohl größte Manko des Spiels begleitet einen leider ähnlich wie der gelungene Sountrack: durch die ganze Spielzeit hindurch.

Prolog und erste Schritte

Sei’s drum. ich starte das Spiel und sehe anstatt eines filmartigen Intros, wie man es noch von Oblivion kennt, einen Prolog in Spielgrafik. Gefesselt und angebunden an einen Karren hinter einem Pferd schaue ich mich um, so gut das in dieser Position eben geht. Die Sonne strahlt, aber die weißen Gipfel, die sich über schneebedeckte Tannen erheben verraten, dass es ziemlich kalt sein dürfte. Plötzlich werde ich angesprochen: Meine Mitreisenden, oder besser: Mitgefangen unterhalten sich über ihr bald bevorstehendes Ende. Wir fahren geradewegs zum Schafott! Freilich kommt es dann ganz anders, doch hier soll ja nicht alles verraten werden.

Die Charaktererstellung ist ebenfalls in den Prolog integriert, ähnlich elegant wie man es bei dieser Spielreihe gewohnt ist. Einer meiner Peiniger fragt mich nach meiner Herkunft, und prompt darf ich auch mein Aussehen, meine Rasse und vieles mehr einstellen. Aber, warum nur, ist die Steuerung so unhandlich und nervig, dass man trotz des schönen Auftakts schon erste Aggressionen hegt? Die Konsolenoptimierung rächt sich bei den PC-Spielern beinahe minütlich. Die Menüpunkte sind zwar neben den Hotkeys auch per Mauszeiger anwählbar. Aber der ist furchtbar ungenau und irgendwie wählt er permanent genau das aus, was man eben nicht anklicken wollte. Mit den Tasten kommt man ganz gut zurecht, aber da man den Charakter ansonsten mit der Maus nach links und rechts bewegt und Gegner auswählt, ist es stark gewöhnungsbedürftig, jedes Mal wieder die Tasten benutzten zu müssen. Das nächste Ärgernis ist das Inventar. Wie die ganze Menüführung kommt es im Vergleich zu den Vorgängertiteln sehr entschlackt daher – aber: Das ist nicht unbedingt auch einfach zu handhaben. Ohne Mods aus dem Internet kann man etwa das Inventar nicht nach Gewicht und Wert der Gegenstände sortieren – das ist aber eine sehr wichtige Funktion, wenn man nach Beutezügen die Höchstlast erreicht und dringen einige Schwerter und Rüstungsteile ablegen oder verkaufen will.

Quests und Stufen

Aber zurück zu den Vorzügen: Nach dem Prolog steht man unversehens in der überwiegend schneebedeckten Welt von Skyrim. Wer wie ich eine eher experimentierfreudige Herangehensweise hat, kann bereits jetzt voll in die Welt eintauchen und noch frei von jeglichen Aufgaben außer der Hauptquest einfach seiner Wege gehen und geradewegs einem Bären in die Arme laufen – ein ziemlich sicherer Tod an dieser Stelle des Spielverlaufs. Wer es eher linear mag kann der einsteigerfreundlichen Brotkrumenspur folgen. Die Hauptquest im Questlog wie auch ein Charakter, den man schon aus dem Prolog kennt, führen einen sicher in die nächste Siedlung. Der flexible, sich an den Spieler und seine Stufe anpassende Schwierigkeitsgrad hält die Frustrationsgrenze niedrig, ein einstellbares Speicherintervall sowie die automatischen Speicherungen beim Betreten und Verlassen von Gebäuden und Dungeons verhindern, dass man jemals weit zurückfällt. Wer es trotzdem härter mag, kann den Schwierigkeitsgrad auch manuell anpassen.

Sehr bald kommt der erste Stufenaufstieg und man kann in einem eigenen Menü die Fertigkeisboni verteilen. Auch hier wurde ausgemistet, was ich persönlich schade finde, was andererseits aber nicht wirklich schlimm ist. Es gibt weniger Fertigkeiten und noch weniger einzelne Spezialkräfte, dafür gibt es aber die Drachenschreie – mächtige Sprüche, die Drachen oder andere Gegner in Brand setzen, umwerfen und vieles mehr. Den ersten erhält man ebenfalls relativ früh im Spiel, der Rest kann relativ optional erspielt werden.  In diversen Dungeons findet man neue Drachenschreie und auch im Rahmen der Hauptquest sind einige zu erlernen.

Dungeons und die Spielwelt

Skyrim ist wunderschön. wer wie ich bei den ersten Bildern und Trailern befürchtet hat, dass das nordisch-winterliche Thema zu wenig Abwechslung hergibt, dem sei gesagt: Skyrim ist in mancher Hinsicht sogar abwechslungsreicher als Oblivion. Zwar ist die landschaftliche Vielfalt Cyrodils und auch Morrowinds theoretisch größer. Aber eben nur theoretisch. Himmelsrand ist, so erlebt man es beim Spielen jedenfalls, bis in den hintersten Winkel abwechslungsreich. Keine Ecke wirkt wie die andere und: sogar die Dungeons sind sehr vielfältig. Das liegt wohl daran, dass nicht ein automatischer Editor den größten Teil gestaltet hat, sondern überwiegend von Hand gearbeitet wurde. Gebirgszüge erscheinen unzugänglich, offenbaren dann aber doch eine kleine Siedlung. Höhlen und Ruinen durchziehen die Gegend – manche direkt an den Handelswegen, einige so versteckt, dass man sie nur bei ausgedehnten Streifzügen entdeckt. Und dann sind da noch die Überreste der Dwemer-Kultur. Auch hier gibt es zahlreiche zugängliche Bauten und Dungeons von gigantischem Ausmaß – vor allem einer ist mehrere Spiel-Quadratkilometer groß. Ich habe ihn zufällig gefunden, es gibt aber wohl auch eine Quest dazu. Der hohe Norden bietet letztlich weitaus mehr als nur Schnee und Berge; es gibt Wälder und Wiesen, versteckte Lager, kleine idyllische Seen und reißende Ströme, mal mit scharfkantigem Eis, mal im Licht einer warmen Frühlingssonne. Auch die Städte sind hübsch anzusehen, unterschiedlich groß und unterschiedlich in ihrem Baustil. Es macht daher Sinn, dass man in jeder großen Stadt ein Haus kaufen kann – jedes ist anders. Einzig die kleineren Siedlungen sind doch etwas redundant, da die Versatzstücke – zwei, drei Blockhütten und eine Taverne – meistens die gleichen Prototypen sind.

Spielspaß und Spieldauer

Ich spiele an meinem zweiten Charakter. Mit dem ersten war ich nach ca. 50 Stunden Spielzeit mit der Hauptquest und einigen größeren Nebenquests (Diebesgilde, Bruderschaft) durch. Jetzt bin ich bei insgesamt 110 Stunden Spielzeit und auch mit dem zweiten Charakter auf Stufe 30, habe aber die Hauptquest noch nicht weit verfolgt. Es gibt einfach genug andere interessante Aufgaben. Natürlich sind da die großen Fraktionen: Kaiserliche und Sturmmäntel, für die man in den Kampf ziehen kann. Aber auch die bekannten Gruppen wie Diebesgilde und Dunkle Bruderschaft haben ausufernde Questlinien und spürbar mit Liebe zum Detail entworfene Storys. Dazu kommen dann noch hunderte von Kleinstquests, also meistens Einzelaufgaben, bei denen man Objekte ausliefern muss oder aus einem Dungeon bergen soll. Wer also alle Optionen nutzt, die man so hat, braucht locker 70-100 Stunden, um die Welt von Skyrim ansatzweise erschöpfend kennen gelernt zu haben. Bei Steam gibt es zudem jede Menge Errungenschaften, denen man sich widmen kann. Und bald dürften die ersten Mods und spielergemachten Quests auftauchen…

Fazit

Skyrim ist das für mich derzeit beste Spiel. An erster Stelle sind das Setting und die Atmosphäre zu loben. Nur wenige Spiele haben mich je so eintauchen lassen, und bei wenigen Spielen fange ich direkt nach dem ersten Durchgang einen zweiten an. Die Welt von Himmelsrand ist sehr groß und bis in den hintersten Winkel ausgestaltet. Alles wirkt belebt und leere Flächen wie in Morrowind oder schlichtweg lieblos aufgereihte Bäume wie in Oblivion sucht man zum Glück vergebens. Die Quests verlangen teilweise Geschick und logisches Denken, manchmal aber auch einfache Mordanschläge – beides macht Spaß, weil die Dungeons abwechslungsreich sind und die NPCs gut synchronisiert und überwiegend glaubwürdig in ihren Beweggründen. Einizges großes Manko: Die Steuerung und die Menüführung sind grobschlächtig und gewöhnungsbedürftig, mit den passenden Mods kann man sich dann aber wieder dem Spielgenuss widmen. Kurzum: Skyrim ist ein Spiel (nicht nur) für die Jahreszeit: Lange Winternachmittage und -abende lassen sich wunderbar zu Abenteuern in Himmelsrand umgestalten. Absolute Kaufempfehlung.

 

Vor ein paar Tagen habe ich eine dieser halbseidenen Facebook-Apps  ausprobiert. Sie bettelte, wie alle diese Apps, endlich und unbedingt ausprobiert zu werden, weil alle meine Freunde das ja schon längst getan hätten. Ich habe sie tatsächlich angeklickt und benutzt, weil sie interessantes versprach:  Die Darstellung meiner Facebook-Bekanntschaften als grafisches Netzwerk.

In dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht. Ich weiß, auch ohne Facebook und irgendwelche Apps, dass ich mich in ca. fünf größeren Bekanntschaftskreisen bewege, die sich nur selten überschneiden. Zwei davon ergeben sich durch die zwei verschiedenen Gymnasien, die ich besucht habe. Ich habe zu Bekannten und Freunden beider Schulen noch Kontakt, diese kennen sich untereinander aber nicht. Zwei weitere Kreise resultieren aus meinem politischen Engagement und aus jenen Leuten, die ich aus Grundschultagen und meinem Heimatort noch kenne. Und seit einiger Zeit gibt es dann den Kreis der Kommilitoninnen und Kommilitonen. Kleinere Kreise und einzelne Verknüpfungen ergeben sich aus Familie, Verwandschaft und einigen Bekanntschaften.

Was sagt das über mich aus? Nun, zum einen wohl, dass ich durchaus ein soziales Wesen bin. Ich bewege mich in vier fast gänzlich voneinander getrennten Netzwerken. Aber eben nur fast. Denn, dass würde ich mir nicht ohne Eigenlob auch zu Gute halten, ich habe keine reinen Netzwerke, die ausschließlich dem “Networking” dienen. Mehr oder weniger von selbst haben sich Freundschaften in meinen politischen Bezugskreisen ergeben, umgekehrt sind manche meiner älteren Freundschaften mittlerweile auch politisch aktiv. Zu guter Letzt verweisen die fünf größeren Kreise aber darauf, dass ich den einen “inner circle” in dieser Form nicht kenne. Natürlich habe ich sehr alte und in gewisser Hinsicht enge Beziehungen zu einigen wenigen Freunden. Aber diese Freundschaften im herkömmlichen Sinn ergeben sich doch fast ausschließlich über die Zeit, nicht über die auch jetzt noch gepflegte enge Bindung. Das heißt nicht, dass ich diese Leute gar nicht mehr treffe. Aber ich habe keine Clique, die ich quasi seit Anbeginn und bis Heute ständig treffen. Dafür gibt es aber mehrere Kreise, mit denen ich oft, gerne und durchaus auf echter freundschaftlicher Ebene zu tun habe.

Ich hoffe, dass ich von mir behaupten darf, keiner dieser ökonomisierten Netzwerker zu sein. Ich will nicht leugnen, dass viele Bekanntschaften theoretisch einen positiven Effekt haben und dass ich diesen nicht auch nutzen würde. Aber ich bilde nicht absichtlich Seilschaften. Ich würde es vielleicht eher so beschreiben: Freunde habe ich stets in meiner Nähe, weil ich in vielen Netzwerken verkehre. Nicht, um der Netzwerke willen. Sondern, weil ich schlichtweg in vielen verschiedenen Kreisen verkehre – Freunde ergeben sich aber nicht aus der puren Existenz von Netzwerken oder Kreisen, sondern entstehen aus Interesse am Menschen.

Dez 312011
 

Silvester ist eigentlich ein toller Tag. Klar, da ist immer dieses Gehetze, dass in der Adventszeit beginnt und sich bis Silvester eigentlich nur nach oben steigert. Oft ist man noch am 30. Dezember auf der Suche nach “der” Party, um den Jahreswechsel gebührend feiern zu können. Silvester muss einfach etwas besonderes sein.

Dabei ist es das ohnehin, auch ohne Glanz und Glamour und viel zu viel Ausgaben für einige wenige Stunden. Silvester ist irgendwie nämlich vor allem das Ende dieser furchtbaren Zeit rund um Weihnachten herum. Zumindest für mich. Natürlich sind ein paar Tage zum Entschleunigen, wie das neudeutsch heißt, zum zur Ruhe kommen also, ganz gut. Nicht ganz zu unrecht rufen vor allem die Kirchen danach, diese Zeit der Besinnung hochzuhalten und nicht vollends dem Kommerz anheim fallen zu lassen.

Aber: Ist Weihnachten denn jemals die Zeit der Besinnung gewesen? Kommt man an Weihnachten zur Ruhe? Nein, ich glaube nicht. Als Kind fand ich die Tage mit der Familie zwar irgendwie schön – es war aber vor allem auch einfach der “Haken” an den vielen Geschenken. Heute genieße ich es, mit den lieben Verwandten zusammen zu kommen. Aber nach zwei, drei Stunden ist es dann doch auch wieder gut. Gleiches gilt für die engere Familie: Schön, dass endlich mal wieder alle zur gleichen Zeit im Wohnzimmer sind. Aber eigentlich kann man sich auch ohne diese zwanghafte Zusammenhockerei ganz gut verständigen, ganz gut leiden und auch mal hassen.

Weihnachten ist ein Ritual, dass eine Art Nestwärme beschwören soll. Diese gibt es, zumindest in meiner Familie, aber ohnehin. Wir essen sehr oft gemeinsam. Wir streiten sehr oft miteinander. Wir reden sehr oft miteinander. Weihnachten mit der von allen Seiten auf einen einströmenden, einschlagenden “Wir-haben-uns-alle-lieb!”-Mentalität schraubt das alles hoch zu einer vollkommen übertriebenen und künstlichen Hülle – die dann oft gerade am Heiligabend nicht ausgefüllt werden kann und will – kleine Streitigkeiten – vollkommen normal – zerstören dann dieses heilige Fest.

Silvester ist da, wie eingangs erwähnt, ganz ähnlich: Anstatt der stillen Nacht wird eine möglichst laute oder zumindest tolle Party beschworen – die es so eigentlich doch auch mehrmals im Jahr gibt, nur eben nicht simultan mit der ganzen Zeitzone. Vor allem meine Generation ist aber auf der Suche nach “dem” Event an Silvester – und landet dann doch in den herkömmlichen Clubs zu teuren Preisen oder , ganz uncool, im Wohnzimmer.

Ich für meinen Teil habe deshalb tatsächlich Ruhe und Besinnlichkeit zur Losung des Jahresendes auserkoren; aber anders als es die Kirchen meinen. Ich habe Weihnachten mitgemacht und werde auch Silvester mitfeiern. Nur darum, ob das nun besondere Tage, besondere Momente oder Feiern werden, darum kümmere ich mich dieses Jahr einfach mal gar nicht. Um 0:00 ist das Jahr eh vorbei, so oder so.

Dez 302011
 

Der wie-vielte ”Neustart” ist das nun? Ich weiß es nicht mehr. Sicher ist nur, dass ich bereits mehrere Blogversuche und innerhalb der einzelnen Projekte mehrmalige Resets vorgenommen habe. Naja, sei’s drum. Hier ist er nun eben, der neue alte Blog, der MaxBlog. Ich blogge – über alles was mir so einfällt. Oder eben nicht, denn ich habe es bislang nicht fertig gebracht, auch mal kontinuierlich Artikel zu posten und nicht nur alle Monate mal einen.

Warum mache ich das eigentlich? Keine Ahnung, ehrlich. Ich war früher nie so extrovertiert oder mitteilungsbedürftig; eigentlich bin ich es auch jetzt nicht. Aber irgendwie kommt da die Affinität zum Internet und seinen Gimmicks mit ein bisschen Sendungsbewusstsein  zusammen, und, voilà, ich fange an zu bloggen. Es wird also wieder Belanglosigkeiten geben, durchsetzt von hoffentlich einigen wenigen geistreichen Beiträgen zur Lege der Welt, etc.

Ich wünsche euch, meinen Lesern (oder eher Suchmaschinen-Bots?) viel Spaß!

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